Schiedsrichter entscheiden das Spiel

Die Dritte des HC Rödertal verlor ihr Heimspiel gegen die Sportfreunde 01 aus Dresden am Ende deutlich mit 27:33 nachdem sie zur Halbzeit noch mit 13:11 in Front lagen. Am Endergebnis hatten die Schiedsrichter Stefan Lösch und Alexander Schwarze allerdings einen nicht unerheblichen Anteil, da sie mit zwei Disqualifikationen gegen Katrin Pollack und Michaela Wähner in der zweiten Halbzeit dem Spiel die entscheidende Wende gaben. Auch sonst taten beide Unparteiische sehr viel dafür, um mit ihren Entscheidungen und ihrem Auftreten im Mittelpunkt zu stehen. Kommunikation zwischen Schiedsrichtern, Bänken und Spielerinnen sind sicher erwünscht, aber nicht in der Art, die Spielerinnen zu provozieren.

Dabei war die Konstellation vor dem Spiel eindeutig. Die auf Platz drei liegenden Sportfreunde reisten als klare Favoriten ins Rödertal. Aber erstmals hatte die Dritte eine volle Bank und damit auch die Alternativen zum Wechseln. So ging es vom Start weg konzentriert zur Sache. Egle Kalinauskaite, sie war mit 9 Treffern die Torschützenbeste des Spieles, eröffnete den Torreigen zum 1:0. Nach vier Minuten erhöhte Julia Hellmann zum 4:1. Die Gäste aus Dresden bemühten sich redlich, konnten den Rückstand aber nicht wesentlich verkürzen und so blieb es bis zur Pausensirene beim Vorsprung des HC Rödertal (13:11). Die Damen der Dritten spielten mutig nach vorn und auch in der Abwehr standen sie sicher und mit Susi Schulz hatten sie den nötigen Rückhalt im Tor. Sie und auch die SF 01-Torfrau waren die Stützen für ihre Mannschaften.

Der Beginn von Hälfte zwei gehörte den Gästen. Innerhalb von nur zwei Minuten schafften sie den Ausgleich und gingen nach weiteren fünf Minuten dann erstmals mit 17:16 in Führung. Doch nun besannen sich auch die Gastgeberinnen und konterten erfolgreich. In der 44. Minute erhielt Michaela Wähner eine Zeitstrafe und kurz darauf Katrin Pollack für ein Allerweltsfoul ihre dritte Zeitstrafe, was die Disqualifikation bedeutete. Mit viel Kampfgeist überstanden die Rödertalerinnen auch diese heikle Phase und konnten trotz doppelter Unterzahl das Unentschieden verteidigen. Auch die Dresdnerinnen machten jetzt Fehler und das Spiel verlief ausgeglichen. In der 50. Spielminute stand es 24:24. Die letzten zehn Minuten mussten die Entscheidung bringen. Die sah allerdings völlig anders aus, als sich das Spielerinnen und Zuschauer vorgestellt hatten. Nach 52:04 erhielt Michaela Wähner eine glattrote Karte, da sie nach Meinung der Schiedsrichter einen Konter grob regelwidrig und von hinten unterbunden hätte. Den fälligen Strafwurf nutzten die Sportfreunde 01 um erneut in Führung zu gehen. Nun reichte die Kraft des HC Rödertal nicht mehr, um auch das wegzustecken. Innerhalb von fünf Minuten entschieden die Gäste das Spiel zu ihren Gunsten. So stand am Ende eine bittere 27:33 Niederlage.

Die Spielerinnen haderten nach Spielschluss noch lange mit den Entscheidungen der Schiedsrichter und fühlten sich um den Lohn ihrer Anstrengungen betrogen. Als sehr ungewöhnlich wurde die Anwesenheit der Schiedsrichterwarte des HVS und des Spielbezirkes Sachsen Mitte, der die Schiedsrichter angehören, bei diesem Spiel gewertet. Als Beobachter waren sie jedenfalls nicht angemeldet. Auch das Verhältnis der Strafwürfe von 3 zu 11 zu Gunsten der Gäste, bei einem ausgeglichenen Spiel, wurde heftig diskutiert.

 

HCR mit: Susann Schulz, Marleen Scherpe, Egle Kalinauskaite (9/3), Katrin Pollack (7), Julia Hellmann (5), Michaela Wähner (3), Henriette Hebecker (2), Carolin Haufe (1), Vanessa Lutze, Angelika Rentzsch, Lisa Portmann

7-m: 3/3 : 11/8, Zeitstrafen: 5 x 2 Min. / 2 x 2 Min., Disqu.: 2 /0 (K. Pollack, M. Wähner)

Zuschauer: 40

Spielverlauf: 4:2 (5.), 7:5 (10.), 10:7 (15.), 11:8 (20.), 12:9 (25.) 13:11 (HZ), 15:15 (35.), 16:17 (40.), 19:19 (45.), 24:24 (50.), 25:29 (55.), 27:33

 

Katrin Pollack setzt sich erfolgreich durch
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