Festival der roten Karten

Handball ist ein Sport, der viele Emotionen mit sich bringt. Manchmal mehr, manchmal weniger, doch das Auswärtsspiel am vergangenen Samstag gegen den VfB Bischofswerda war besonders. Angereist sind wir mit einem 10 Frauen Kader, inklusive zwei Torhüterinnen - so dachte man zumindest. Aber dieses Spiel steckte voller Überraschung.

Beide Partien setzten anfangs auf ein schnelles Spiel, doch allmählich deutete sich die athletische Überlegenheit der Bienen gegenüber der Heimmannschaft an. Mit den besseren Abschlüssen setzten wir uns in der 22. Minute auf einen zwar ausbaufähigen, aber komfortablen 5 Tore Vorsprung ab.

Danach wurde das Spiel fast schon lächerlich. Markéta Zemanová musste nach einem vom Schiedsrichter gesehenen Schlag das Spielfeld mit Rot verlassen. Kurz darauf folgte erst eine und dann noch eine zweite 2 Minuten Strafe gegen uns und weil wir so gerne in doppelter Unterzahl spielen, wurde das selbe Spiel wiederholt. Gezwungen, die letzten 7 Minuten der Halbzeit mit fast durchgehend nur 4 Feldspielerinnen zu überbrücken, schaffte es der VfB, sich einen Stand von 15:15 zu erarbeiten.

Wir behielten aber unseren Kopf oben, genau wegen der frustrierenden einseitigen Schiedsrichterentscheidungen. Spiele werden in der Regel nicht über die Kraft, sondern über den Willen gewonnen und der brannte in allen.

Mit höchster Konzentration starteten wir noch in Unterzahl in die nächste Hälfte. Doch man kann die Motivation von nicht allen Beteiligten in der Halbzeit Pause ändern. Schirin Birnbaum sah gleich zu Beginn nach der dritten 2 Minuten Strafe ebenfalls Rot. Aber irgendwie schafften wir es, trotz den immer währenden Seitenhieben weiter den Takt vorzugeben. Auf teilweise ungewohnten Positionen - Torhüterin Carmen Berndt war da nicht ausgenommen - mussten wir nun das Beste aus der Sache machen. Clevere Abschlüsse brachten uns einen Ein-, Zwei-, ja sogar ein Drei-Tore Vorsprung. Fast kann man sagen, hielten sich die Gastgeberinnen mit vergebenen 7 Metern im Spiel.

Aber ein Sieg rückte aus der Sichtweite, als uns auch noch Maria Pollack in den letzten 5 Spielminuten wegen eines angeblich angedeuteten Tritts nur noch von der Tribüne aus unterstützen konnte. Aber, wer ahnt es nicht schon, kommt eine Strafe nie allein. Wir durften uns erneut nur noch zu viert und mit der Torhüterin auf dem Feld beweisen. Der VfB schaffte es erst in dieser Phase sich eine Führung zu erspielen, musste aber bis zum Schluss um ihre beiden Punkte bangen. Das Spiel endete mit einem 31:30 gegen uns.

Trotz größter Gegenwehr waren wir schließlich machtlos gegen die Entscheidungen der Schiedsrichter. Wer weiß, was für ein persönliches Vendetta dieses Spiel entschieden hat. Der Handball war es jedenfalls nicht.

Weiter geht es am Sonntag (11.02.) um 16 Uhr in heimischer Halle gegen den HSG Rückmarsdorf.


Statistik (VfB / HCR)

 
2-Minuten Strafen: 4 / 9


Disqualifikationen: 0 / 3


7-Meter: 9/9 4/4


HC Rödertal: Lange, Berndt (1), Zemanova (2), Birnbaum (4), Braun (2), Eisner (3), Kreissl (14/4), Krause (1), Pollack M. (1), Stara (2)

 

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