„Alle für Melina“

Die Vorbereitungen für das schwere Auswärtsspiel am vergangenen Sonntag gegen den selbsternannten Titelanwärter aus Görlitz wurden durch eine Hiobsbotschaft abgelenkt – Torhüterin Melina Gessert hatte sich im Sportunterricht einen Mittelfußknochen gebrochen und fällt mindestens für die Hinrunde aus.

Die Mannschaft der D1 der SG Rödertal / Radeberg rückte enger zusammen und wollte für Melina und für die verbliebene Emma Liese im Tor kämpfen und möglichst etwas Zählbares aus der Neißestadt entführen. Eine solide Abwehr sollte dafür wieder die Grundlage bilden, um dann auch mit etwas Glück den Favoriten, der das Zwei- bis Dreifache Trainingspensum verglichen mit dem Bienennachwuchs abspult, zu ärgern. Das Vorhaben misslang, aber es gab mehr Licht als Schatten.

In den ersten drei Spielminuten begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Görlitzer Führungen konnten jeweils durch Patricia Brückner und Antonia Leßke ausgeglichen werden. Ein 3:1 Tore-Lauf zum 6:3 wurde mit der ersten Gästeauszeit (9. Min.) unterbrochen aber in Folge ein weiteres Davonziehen nicht verhindert. Fünf weitere Abschlüsse der Gastgeberinnen stellten einen 11:3 Zwischenstand (15. Min.) dar. Die Spielerinnen der SG steckten jedoch nicht auf und konnten mit Toren von Nele Schubert, Antonia Leßke, Siri Kuhnert und Aurélie Cécile Eisner auf 14:10 verkürzen (21. Min.). Die Görlitzerinnen legten bis zur Pausensirene noch drei Mal zum 17:10 nach.

Die Kabinenansprache war ruhig, lobend und motivierend, um kleine individuelle Verbesserungen vorzuschlagen. Das Spiel war ja noch nicht verloren. Erinnernd an die Leistungen von Niklas Kaul, der über persönliche Bestleistungen am zweiten Tag noch Zehnkampf-Weltmeister wurde, konnte mit einer überragenden Leistung noch was gehen…

Vielleicht war der Druck für die jungen Bienen doch zu groß? Es ging nämlich zunächst nichts. Überhastete Abschlüsse und vermeidbare Fehler luden dankbar zu einem 9:0-Lauf ein, der endlich durch Nathalie Hahmann mit dem 26:11 (36. Min.) unterbrochen wurde. Die Vorgabe der Verantwortlichen aus dem Rödertal hieß nun: „Spielt es mit Spaß zu Ende!“. Dazu bekamen auch alle ihre Einsatzzeiten. Die Gastgeberinnen zeigten sich weiter torhungrig und zogen auf 36:11 davon (47. Min.), machten nun aber auch individuelle Fehler. In dieser Phase kämpften aber die jungen Bienen vorbildlich, teils auch auf ungewohnten Positionen, jede für jede und stets im Dienst der Mannschaft. Versöhnend in Erinnerung bleiben die letzten drei Minuten, die mit 1:4 bienenseitig zum 37:15 Endstand führten.

Fazit: Im vierten Punktspiel zeigte sich ein immer besser werdendes Zusammenspiel untereinander. Es gilt, den Respekt abzulegen, das zu spielen, was alle können, sich etwas zuzutrauen und jederzeit konzentriert zu bleiben, um an guten und fehlerfreien Tagen Mannschaften wie Koweg Görlitz zu schlagen.

Diese Tugenden können in den nächsten vier Wochen intensiv trainiert werden. Beim nächsten Punktspiel empfängt die D1 der SG Rödertal / Radeberg am 03.11.2019 um 13:30 Uhr den MSV Dresden in Großröhrsdorf.

 

Es spielten:

Lina Söllner, Siri Kuhnert, Patricia Brückner, Nathalie Hahmann, Viktoria Corsten, Antonia Leßke, Fahime Salah, Hanna Schöne, Emma Liese, Nele Schubert, Hanni Seidel

Trainer: Falk Leßke, Sven Brückner, Patrick Hahmann

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