Mit Saisonbestleistung verdient gewonnen

Am Samstag begrüßte die SG Rödertal / Radeberg den mit einem Punkt weniger benachbarten Tabellensechsten vom VfL Meißen zum Duell im Bienenstock. Das Endergebnis deutet auf einen spannenden Krimi hin, den dieser Spielbericht kurz umschreiben soll. „Wir sind Tabellenfünfter und das bleibt auch nach dem Spiel so!“ lauteten die eröffnenden Worte der Kabinenansprache durch die Verantwortlichen, die krankheitsbedingt nicht alle Spielerinnen zur Verfügung stehen hatten.

Die ersten drei Spielminuten blieben torlos, bis die Gäste durch einen Strafwurf in Führung gingen. Torfrau Melina Gessert, die einen glänzenden Tag hatte, parierte vorher zwei Mal bravourös und verhinderte ein schnelles Davonziehen des Gegners. Den Ausgleich zum 1:1 erzielte Patricia Brückner (4. Min.), die auch nach einer weiteren Führung der Porzellanstädterinnen den Vorteil erstmals für das Heimteam erarbeitete (3:2, 8. Min.). Den jungen Bienen gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen, bis Nathalie Hahmann erstmals eine 3-Tore-Führung erzielte (8:5, 19. Min.). Die Spielerinnen des VfL agierten in den folgenden Minuten druckvoller und glichen sogar zum 9:9 kurz vor der Pause aus. Nele Schubert gefiel das gar nicht und sie schenkte ihre Antwort mit der 10:9-Pausenführung nach.

„Alles gut, wir führen!“ beruhigten die Übungsleiter und forderten auf, genauso weiterzuarbeiten. Die Gäste spielten sehr temporeich und verschoben die Positionen. Die SG gab defensiv in den ersten 25 Minuten ihre Saisonbestleistung ab und nervte damit die Gegenspielerinnen sehenswert und fair. Im nahezu fehlerfreien Angriff bis zum Wurf verhinderte einzig die Abschlussschwäche eine bessere Ausgangsposition.

Das 11:9 durch Antonia Leßke wurde mit zwei sehenswerten Spielzügen der Meißenerinnen zum 11:11 (28. Min.) egalisiert, bis Tore von Lotta Reimer und Siri Kuhnert die 2-Tore-Führung wiederherstellten. Ähnlich ging es bis zum 14:14 (32. Min.) weiter. Eine „Motivationsbombe“ entlud sich nach einem von Melina Gessert gehaltenen 7-Meter und führte folgend zur höchsten Führung beim 20:16 (38. Min.). Vorentscheidung? Keinesfalls, denn die nächsten dramatischen Minuten, in denen es in einem insgesamt fairen Spiel nun auch häufig Verwarnungen, Zeitstrafen und Strafwürfe gab, dominierten die Gäste und glichen durch einen 7-Meter zum 23:23 (48. Min.) aus, was die letzte Auszeit auf der Bienenbank forderte. Siri Kuhnert bestätigte das ihr gegebene Vertrauen mit dem 24:23 genau 120 Sekunden vor Abpfiff und Nathalie Hahmann nahm eine dreiviertel Minute später die Lücke links außen dankend und mutig zum 25:23 an. Das musste doch jetzt reichen! Nein, noch nicht. Wenige Augenblicke später entschieden die Spielleiter auf Strafwurf für den VfL, der erfolgreich zum 25:24 Endstand verwandelt wurde. Aber was war das für eine letzte Minute? Die Spielerinnen der SG nahmen clever einen langen Abwehrkampf an, der durch eine Gästeauszeit 13 Sekunden vor dem Ende noch gebrochen werden sollte. Jegliche Anspannung ergoss sich in ausgelassene Freude, als zwei, drei Sekunden vor der Sirene Antonia Leßke plötzlich in Ballbesitz kam und das Spielgerät aus der eigenen Hälfte zurückwarf.

Fazit: Es war das erwartet schwere Duell auf Augenhöhe, in dem es laut Aussage eines Schiedsrichters „keinen Sieger verdient“ hätte. Einspruch: Der Heimsieg mag glücklich gewesen sein aber er war sowas von verdient. Am Ende war es die Summe aller Einflüsse – jeder Zuruf, jede geballte Faust, jeder Trommelschlag (DANKE hier einmal an Jonas und Felix), jeder Tipp, die einer Mannschaft, die vorbildlich als Einheit auftrat, das Lächeln nach dem Spiel erhielt.

Den Abschluss der Hinrunde bildet das Auswärtsspiel am 08.12.2019 um 11 Uhr beim SC Hoyerswerda. Spielort ist die VBH- Arena.

Es spielten:

Melina Gessert (TW), Lotta Reimer, Siri Kuhnert, Patricia Brückner, Nathalie Hahmann, Viktoria Corsten, Antonia Leßke, Fahime Salah, Aurélie Cécile Eisner, Nele Schubert, Hanni Seidel

Trainer: Falk Leßke, Sven Brückner, Patrick Hahmann

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